Story text
In der Nacht in der Masai Mara lauscht Jamal, ein kleiner Junge aus dem Volk der Maasai, mit seiner Familie am Lagerfeuer der Weisheit des Ältesten, spürt den Herzschlag der Erde und die Umarmung des Sternenhimmels und schläft in einem Ritual der Verbundenheit aller Dinge friedlich ein.
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Die Sonne am Äquator versinkt hinter dem Horizont und färbt den Himmel orange-rot und purpurrot. Die Silhouetten der Akazienbäume stehen wie Riesen, die ihre Heimat bewachen. Jamal hört das "Knistern, Knistern" des Rufs. Das Lagerfeuer erwacht auf dem trockenen Boden, Funken sprühen wie Glühwürmchen. Das nächtliche Treffen des Stammes beginnt.
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Jamal läuft mit einem kleinen Bündel trockener Akazienzweige zum Feuer. Papa und die Krieger legen große Holzstücke nach. "Whoosh!" Die Flammen schießen hoch und beleuchten die bunten Perlen auf Mamas Halskragen. Die Stammesmitglieder, in leuchtend rote und karierte blaue "Shukas" gehüllt, kommen aus ihren runden Hütten. Alle setzen sich natürlich im Kreis zusammen und bilden einen engen Ring.
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Das tanzende Feuerlicht spiegelt sich in den dunklen Gesichtern der Stammesmitglieder. Mamas großer Halskragen und die vielen Ohrringe glitzern in warmem Glanz. Die Kriegerbrüder zeigen die schönen Verzierungen an ihren Beinen. Alle nicken sich zu und begrüßen sich mit tiefen Stimmen. Jamal ist inmitten seiner Familie geborgen, wie ein Küken unter den Flügeln.
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Der älteste Älteste hebt langsam seinen glatten Holzstab. Ringsum wird es augenblicklich still, nur das Geräusch der Flammen, die die Luft lecken, ist zu hören. Die Stimme des Ältesten ist alt und kraftvoll, als käme sie aus der Tiefe der Erde. Er beginnt zu sprechen, in der alten Sprache der Maasai. "Hört zu, Kinder, hört die Erinnerungen der Savanne."
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"Als die Sterne noch jung waren, herrschten die Löwen über die Hügel..." Die Geschichte des Ältesten handelt von Stärke und Weisheit, vom Teilen der Wasserstellen. Er erzählt mit mal tiefer, mal höherer Stimme. Als er von der Schlauheit des Hasen erzählt, ahmt er nach, wie dieser die Ohren aufstellt. "Epa!" Die Stammesmitglieder rufen zustimmend und kurz.
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Jamal und die anderen Kinder liegen auf dem kühlen Sand, stützen die Köpfe in die Hände. Ihre Augen, wie Quellen in der Nacht, spiegeln das Feuer- und Sternenlicht wider. Die Tiere aus der Geschichte scheinen direkt neben ihnen zu rennen. "Alle Dinge sind verbunden, wie der Faden einer Perlenkette.", fasst der Älteste zusammen. Jamal berührt die Perlen an seinem Handgelenk, als ob er es verstanden hätte.