Story text
In einem hohen Steinhaus in den peruanischen Anden hilft das Quechua-Mädchen Lina mit ihrem Alpaka-Freund "Fusselchen" ihrer Mutter, einen Wollponcho zu weben, blickt mit ihrem Vater in den weiten Sternenhimmel, lauscht dem Wiegenlied des Bergwinds und schläft unter einer warmen Decke friedlich ein.
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Die Sonne hat Feierabend, die hohen Anden haben sich einen violetten Umhang umgelegt. Ein Stern nach dem anderen erhellt den tiefblauen Himmel. Im kleinen Steinhaus leuchtet ein warmes, gelbes Licht. Das kleine Mädchen Lina hält ihr Alpaka-Freundchen "Fusselchen" im Arm. Es ist Zeit zum Schlafen, aber zuerst gibt es noch etwas Wärmendes zu tun.
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"Klick, klack." Was ist das für ein Geräusch, das da spricht? Es ist Mama, die an ihrem Holzwebstuhl arbeitet. Bunte Wollfäden laufen in ihren Händen hin und her. Wie ein kleiner Regenbogen, der tanzt.
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Lina hat eine wichtige Aufgabe! Sie sitzt auf einer geflochtenen Matte mit bunten Mustern und hilft ihrer Mutter, die Alpakawolle zu sortieren. Der rote Faden ist wie die warme Sonne. Der blaue Faden ist wie der klare Himmel. Der gelbe Faden ist wie reifer Mais auf dem Feld.
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"Jeder Faden ist mit jemandem verbunden, den wir lieben", sagt Mama sanft, während sie webt. "Wir weben unser Gedenken und unseren Schutz hinein." Lina nickt ernst. Sie möchte auch ihre Liebe zur Familie hineinweben.
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Der Webstuhl macht "klick, klack". Wie ein sanftes Lied. Das Alpaka Fusselchen liegt ruhig auf der Decke zu Linas Füßen. Sein Fell ist weich und warm. Aus diesem Fell sind die schönen Fäden gesponnen.
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Papa kommt herüber und streichelt sanft den Bommel auf Linas Mütze. "Meine kleine Lina, möchtest du draußen die Sterne sehen?" Linas Augen leuchten sofort. "Ja!" ruft sie laut. Sie steht auf und geht, Papas Hand haltend, zur Holztür.
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Draußen ist die Luft kühl und frisch. Es ist so still, man hört nur den Wind. Es gibt keine Straßenlaternen, nur den sternenübersäten Himmel. So viele, so hell, wie eine Handvoll Diamanten. Lina staunt mit weit geöffnetem Mund.
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Sieh mal! Ein leuchtendes Band zieht sich über den Himmel. Das ist die Milchstraße, wie Milch, die auf ein tiefblaues Tuch verschüttet wurde. Sie sieht so nah an den gegenüberliegenden Berggipfeln aus. "Fusselchen, schau mal!" sagt Lina zu dem Alpaka neben sich. In seinen schwarzen, glänzenden Augen spiegeln sich winzige Sternenlichter.