Story text
Eine herzerwärmende Geschichte über einen kleinen Spatz, der sich verirrt hat. Mit der Hilfe einer Wildgans lernt er, Vertrauen zu fassen und ruhig zu bleiben, und findet schließlich den Weg zurück in die Geborgenheit seines Zuhauses.
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Die Abendsonne färbte die Wolken golden-rot. Der kleine Spatz Pieps flatterte mit seinen Flügeln in einem unbekannten Wald. Gerade noch hatte er einem bunten Schmetterling zu vertieft nachgejagt, und nun hatte er völlig die Orientierung verloren. Die vertraute Eiche und der Bach waren nirgends zu sehen, stattdessen umgaben ihn Schichten von unbekannten Baumgestalten. Ein kalter Windhauch ließ Pieps frösteln, und eine riesige Panik stieg in ihm auf. Er versuchte, in alle Richtungen ein kleines Stück zu fliegen, aber jeder Weg sah gleich aus. Die Nacht senkte sich langsam herab, und der letzte Lichtstreif am Himmel war dabei, verschluckt zu werden.
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"Mama! Mama, wo bist du?" Pieps' weinerlicher Ruf klang in der Stille des Waldes besonders schwach. Nur das Rascheln der Blätter antwortete ihm. Seine Flügel waren von dem vorherigen planlosen Fliegen etwas müde und weich, und sein Magen knurrte vor Hunger. Je mehr er nachdachte, desto ängstlicher wurde er, und Tränen begannen in seinen Augen zu glitzern. Er erinnerte sich an das, was seine Mama immer sagte: "Nur keine Panik, wenn etwas passiert." Aber das in die Tat umzusetzen war so schwer. Gerade als die Angst ihn fast überwältigen wollte, erklang hoch am Himmel ein heller, langer Ruf. Er blickte auf und sah einen eleganten Gänseschwanz, der gelassen vorüberflog.
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Vielleicht aus Verzweiflung geboren, schöpfte Pieps einen Funken Mut. Er nahm all seine Kraft zusammen, schoss in den Himmel und flog mit aller Kraft in Richtung des Gänseschwarms, während er schrill rief: "Bitte wartet! Helft mir!" Eine Wildgans am Ende des Schwarms hörte den schwachen Hilferuf. Sie verlangsamte ihre Geschwindigkeit, löste sich aus der Formation, kreiste tiefer und landete sicher auf einem Ast in Pieps' Nähe. Es war eine erwachsene Wildgans mit einem ruhigen und freundlichen Blick. "Kleiner, was ist mit dir? Wo ist deine Familie?" Ihre Stimme war tief und beruhigend.
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Pieps erzählte schluchzend und abgehackt, was passiert war. Die Wildgans hörte geduldig zu und nickte hin und wieder. "Ich heiße Langflügel, ich bin einer der Wegweiser des Schwarms", stellte sie sich vor. "Hab keine Angst, nachts kann man sich im Wald leicht verirren, aber wir können dir helfen. Weißt du ungefähr, in welcher Richtung dein Zuhause liegt?" Pieps versuchte sich zu erinnern, aber er wusste nur, dass in der Nähe seines Zuhauses ein glitzernder kleiner Bach und eine sehr große, alte Eiche standen. Langflügel dachte einen Moment nach: "Ich kenne diesen Bach. Er entspringt an den nördlichen Hügeln und durchzieht den ganzen Wald. Wir können ihm folgen und suchen."